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Bevölkerungsbefragung der Wirtschaftsjunioren Deutschland

Die Deutschen haben keine Lust auf die Vereinigten Staaten von Europa – Wirtschaftsjunioren Vorreiter des europäischen Denkens

In persönlichen Befragungen haben die Kreise der Wirtschaftsjunioren Deutschland auch in diesem Jahr wieder in Straßenbefragungen Bürger nach ihrer Risikobereitschaft befragt. Thema im Jahr "Eins" der Jahrtausendwende war das WJD-Jahresmotto "Focus on Europe". Befragungsziel war es zu erheben, welche Einstellung die Deutschen zu Europa haben. Etwa 7200 Bundesbürger wurden zu in den 54 Kreisen zu sieben Themenblöcken befragt – hier die "Kernergebnisse":

Nein zu den Vereinigten Staaten von Europa

Zwei Drittel der Befragten können sich nicht vorstellen, daß die Bundesrepublik in den "Vereinigten Staaten von Europa" aufgeht. Jeder Zweite Deutsche befürchtet zunehmenden Sozialmißbrauch, 43 Prozent sehen ihre Arbeitsplätze durch die Vollendung des EU-Binnenmarktes gefährdet. Und: es besteht kein Vertrauen in die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bildungssystems.

Keine Arbeitsaufnahme in den Nachbarländern

Bei der Frage, ob als Alternative zur Arbeitslosigkeit im Inland eine Arbeitsstelle in einem europäischen Nachbarland aufgenommen würde, sieht zwar die Hälfte der Befragten die Arbeitsstelle im Ausland als Hilfe an, aber: bei der Wahl der Länder werden im Schnitt nur 1,5 Länder genannt. Am beliebtesten sind die Schweiz und Österreich, nur ein Fünftel sieht beispielsweise England als Arbeitsort an.

Euro:

Die Auswirkungen des Euro hat bislang nur jeder zehnte Bundesbürger wahrgenommen. Jedoch verspricht sich die Mehrheit der Deutschen durch den Euro langfristig einen positiven Einfluß auf die Wirtschaftsentwicklung.

Ein Fazit:

Schlechter ausgebildetete Personen verspüren mehr Ängste vor dem Euro.

Neue Bundesregierung:

Im Meinungsbild der Bundesbürger hat der Schlingerkurs der neuen Regierung seine Spuren hinterlassen. Fast 50 Prozent der Befragten meinen, daß die Bundesregierung mit ihrer bisherigen Politik die Wirtschaftsentwicklung negativ beeinflußt hat. Unter anderem von der ökologischen Steuerreform erwartet die überwiegende Mehrheit eine Verschlechterung der eigenen Situation. Dies ist ein Grund dafür, daß die Hälfte der Bundesbürger generell einen geringeren Einfluß der Politik auf die Wirtschaft fordert.

Arbeitslosigkeit:

Über 80 Prozent der Deutschen glaubt nicht an einen Rückgang der Arbeitslosigkeit innerhalb der nächsten zwei Jahre. Offensichtlich hat sich die Überzeugung durchgesetzt, daß sich die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen von der Konjunkturentwicklung abgekoppelt hat.

Selbständigkeit:

Ca. 45 Prozent der befragten Bundesbürger haben noch nie darüber nachgedacht, sich selbständig zu machen. Männer befassen sich häufiger mit diesem Thema, auch ist in den neuen Bundesländern das Interesse an Selbständigkeit in den letzten Jahren höher als in den alten Bundesländern. Hauptgrund für das mangelnde Interesse ist fehlendes Kapital, danach folgt die unternehmerfeindliche Gesetzgebung. Auch die höhere Arbeitsbelastung durch die Selbständigkeit ist ein Hemmnisgrund.

FAZIT: Europaskeptizismus der Bundesbürger erschreckend.

Die Bevölkerungsbefragung der Wirtschaftsjunioren Deutschland hat deutlich ge-zeigt, daß die Bürger der Bundesrepublik Deutschland an der Schwelle zum neuen Jahrtausend längst nicht bereit sind, Europa als Chance zu begreifen. Vielmehr hadern sie mit der europäischen Realität. Die Studie belegt: Den deutschen Bürgern ist nicht bewußt, daß unser Land im nächsten Jahrhundert nur einen erfolgreichen Kurs einschlagen kann, wenn sie sich europäisch orientieren. "Die Zukunft des globalen Wettbewerbs ist nur zu gewinnen, wenn wir uns von Überlegungen staatlichen Handelns lösen und auf ein regionales europäisches Denken und Handeln konzentrieren", so Stefan Heidkamp im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung der Umfrageergebnisse in Berlin.

Das Europa von heute müsse sich zu einem Europa der Regionen entwickeln, in dem der Systemwettbewerb untereinander gefördert werde. So tue in Europa eine zeitgemäße Bildungspolitik, eine gemeinsame europäische Definition von Bildung und Freiheit bei der Wahl der Ausbildung Not. Angesichts der erschreckend europakritischen Haltung der Bundesbürger forderte der WJD-Bundesvorsitzende mehr europäisches Denken und eine europäische Vision. Ein wesentlicher Schritt auf diesem Weg sei es, die Kompetenzen zwischen den europäischen und nationalen Instanzen neu zu regeln. Die Junioren setzten sich für ein gemeinsames Europa ein, das nicht dem Zentralismus und der Gleichmacherei fröne. Sie forderten eine europäische Verfassung in der etwa ein Ministerrat nicht durch das Vetorecht scheitere.

Die Wirtschaftsjunioren Deutschland tragen durch verschiedene Initiativen und Projekte innerhalb und außerhalb ihrer Organisation aktiv zur Weiterentwicklung eines europäischen Denkens in der Bundesrepublik Deutschland bei. Als kleine und mittlere Unternehmer und Führungskräfte unter 40 Jahren sehen gerade sie im europäischen Einigungsweg enormes Entwicklungspotential für das eigene Unternehmertum. Für sie als diejenigen, die weit ins nächste Jahrtausend wirtschaftlich tätig sein werden, ist Europa gelebte Realität. Sie sprechen die europäische Sprache und sind mit ihrem Jahresmotto "Focus on Europe" Vorreiter einer Initiative für mehr europäisches Denken. Die Wirtschaftsjunioren Deutschland leben damit längst, was andere noch zu realisieren suchen.

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